Hüftendoprothesen


Wie häufig werden künstliche Hüftgelenke bei Patienten eingesetzt?


Eine der häufigsten in Deutschland durchgeführten operativen Eingriffe ist die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes. Die Eingriffshäufigkeit ist in den letzten 10 Jahren stark angestiegen, da der Erfolg der Operation sehr zuverlässig ist und bei oft jahrelangem, schmerzhaftem Leiden deutliche Schmerzminderung und erneute Lebensqualität erzielt werden kann.


Warum muß ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt (implantiert) werden?
Der mit Abstand häufigste Grund für die geplante Implantation einer Hüftendoprothese ist die therapieresistente, schmerzhafte Arthrose (Gelenkverschleiß) des Hüftgelenkes. Angeborene und erworbene Fehlbildungen, die zu einer Zerstörung des Gelenkes führen können (z.B. angeborene Hüftgelenkfehlform, Deformitäten des Oberschenkels und des Schenkelhalses, Morbus Perthes (Hüftkopfzerstörung bei Jugendlichen)) stellen ebenfalls eine Indikation für die Hüftendoprothetik dar. Alle entzündlichen und rheumatischen Veränderungen können zu einer schmerzhaften Zerstörung des Hüftgelenkes führen, welche zur Implantation einer Hüftendoprothese führen können.


Wie muß man sich eine Hüftoperation vorstellen?
Die Operation wird nach einem bewährten Standard durchgeführt.
Bei der Erstvorstellung der Patienten mit Erkrankungen des Hüftgelenkes in meiner Sprechstunde wird geprüft, ob überhaupt eine Hüftendoprothese erforderlich ist, oder ob andere Behandlungsmaßnahmen/Alternativbehandlungen in Frage kommen. Der genaue Operationsablauf und die Nachbehandlung werden besprochen. Danach erfolgt die Planung der Operation (OP-Termin, welche Vorbereitungen zur OP, welches Prothesensystem, welche Seite zuerst, wenn beide Seiten betroffen sind, usw.) Auch wird die Möglichkeit einer Eigenblutspende vor der OP geprüft, da bei der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes gelegentlich eine Bluttransfusion erforderlich ist.


Wie läuft die Nachbehandlung?
Nach der Operation erfolgt die Nachbehandlung in Zusammenarbeit mit der Abteilung Physiotherapie der Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden, im Rahmen unseres Qualitätsmanagements nach einem festgelegten Plan (Nachbehandlung Hüft-TEP). Der stationäre Aufenthalt bei uns beträgt 8 - 10 Tage, danach schließt sich eine stationäre Rehabilitation an. Die intensive Nachbehandlung in einem ambulanten REHA-Zentrum ist möglich.

Gibt es unterschiedliche Hüftprothesen?
Seit Beginn der Hüftprothesen-Chirurgie Anfang der 60-iger Jahre wurden zahlreiche verschiedene Hüftprothesen-Systeme eingeführt und ständig weiterentwickelt.
Je nach "Einzelfall" kommt das bewährte Hüftprothesensystem (Pfanne und Hüftschaft werden einzementiert) oder neuere Systeme (zementfreie Verankerung der Pfanne und des Hüftschaftes) zum Einsatz. Manchmal wird auch die Anfertigung einer individuellen Hüftprothese notwendig.

Auch neueste Verfahren zur Vermeidung des Kunststoffabriebes der Pfanne werden in ausgewählten Fällen eingesetzt:

  • Keramik-Keramik Paarung von Pfanne und Hüftkopf

  • Spezialkunststoff-Inlay der Hüftpfanne dadurch verminderter Abrieb und Verschleiß

 

Hüftgelenkarthrose

 

Zementfreie Hüftendoprothese mit
Keramik-Keramik Gleitpaarung

 

Zemertierte Hüftendoprothese
Polyäthylen-Keramik Gleitpaarung

 

Zementierte Hüftendoprothese
(seitliche Aufnahme)


Kommen auch Komplikationen vor?
Probleme und Komplikationen während und nach der Operation können bei allen Eingriffen und in jeder Klinik trotz sorgfältigster Operationstechnik und standardisierten Behandlungsabläufen vorkommen. Sie gefährden jedoch nur selten das Ergebnis der Operation. Aufgrund engmaschiger fachärztlicher Kontrollen unserer Patienten vor, während und nach der Operation können sie rechtzeitig erkannt und durch entsprechende Behandlung beherrscht werden.


Wie lange ist die "Lebensdauer" eines künstlichen Hüftgelenkes und kann ein künstliches Hüftgelenk auch ausgetauscht werden?
Eine Hüftendoprothese unterliegt einem belastungsabhängigen Verschleiß (Abrieb). Dadurch kann es nach Jahren zu Auslockerungen der Komponenten (Hüftpfanne und/oder Hüftschaft) kommen. Zwar kann die Lebensdauer einer Hüftprothese für den Einzelfall nicht vorhergesagt werden, jedoch kann von einer Lebensdauer (unabhängig von den unterschiedlichen Systemen) von 10-15 Jahren bei 95 von 100 Patienten ausgegangen werden. Abzuwarten bleiben die Langzeitergebnisse von Endoprothesenmodellen mit reduziertem Abriebverhalten (Keramik-Keramik-Paarung, abrieb-"freier" Kunststoff der Hüftpfanne usw.). In besonderen Fällen und unter individueller Abwägung empfehlen wir schon jetzt diese Prothesen und setzen sie auch ein.